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7.4.3 Kernbereiche der gesundheitlich-medizinischen Beratung

Zu den Kernthemen des Gesundheitlich-medizinischen Kompetenzfeldes gehören:

  • Fragen zu Krankheitsbildern und Krankheitsursachen;
  • Fragen zu Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten sowie Informationen über Medikamente, Impfungen und Medizinprodukte;
  • Fragen, bei denen es um eine Unterstützung bei der Entscheidungsfindung bezüglich medizinischer Maßnahmen geht.

Auch bei der Suche nach einer ärztlichen Zweitmeinung sind möglicherweise gesundheitlich-medizinische Sachverhalte aufzugreifen und zu klären, sodass die Gesundheitlich-medizinische Fachkompetenz gefragt ist. Hierbei sind die Grenzen der Beratung zu beachten. So ist es keinesfalls Aufgabe der Beratung, eine Zweitmeinung zu erteilen oder eine Bewertung gesundheitlich-medizinischer Sachverhalte vorzunehmen.

Häufig wenden sich Ratsuchende an die UPD, die bereits seit vielen Monaten oder Jahren wiederholt oder dauerhaft krank sind, viele Ärzte und Therapeuten konsultiert und Klinikaufenthalte, Kuren und weitere Behandlungsoptionen in Anspruch genommen haben, ohne dass sich der erhoffte therapeutische Erfolg eingestellt hätte. Hier geht es zum einen darum, dass die Berater des Gesundheitlich-medizinischen Kompetenzfeldes aufgrund ihrer Ausbildung und fachlichen Erfahrung die Schilderung des Ratsuchenden in einen sachlich schlüssigen Gesamtzusammenhang stellen und auf dieser Grundlage gemeinsam mit dem Ratsuchenden mögliche Handlungsoptionen erarbeiten. Zum anderen ergibt sich bei diesen Anfragen häufig eine Überschneidung zur Psychosozialen Fachkompetenz, da es hier oft um Fragen der Krankheitsbewältigung und ‑akzeptanz geht. Beraterinnen und Berater des Gesundheitlich-medizinischen Kompetenzfeldes werden außerdem benötigt, wenn Ratsuchende ärztliche Befunde nicht verstehen oder wenn es zur Klärung eines Sachverhalts nötig ist, Krankenunterlagen in eine allgemeinverständliche Sprache zu übersetzen.

Mit Anfragen zu zahngesundheitlich-zahnmedizinischen Themen wird analog zu den allgemein gesundheitlich-medizinischen Fragen verfahren. So gibt es auch hier Themen, die von allen Beraterinnen und Beratern abgedeckt werden (Fragen zum Versorgungssystem, Adressanfragen, Beschwerden, Behandlungsfehlerverdacht). Fragen zu Krankheiten von Zähnen, Kiefer und Mundhöhle, deren Diagnostik und Therapie sowie zu Medikamenten und Medizinprodukten in diesem Bereich (im Wesentlichen Zahnfüllungen, Prothetik) gehören zum Kernbereich des Gesundheitlich-medizinischen Kompetenzfeldes. Für Detailfragen und komplexe zahnmedizinische Probleme stehen die beiden überregionalen zahnmedizinischen Beratungsangebote in Heidelberg und Köln sowohl für Hintergrundanfragen der Beraterinnen und Berater als auch für direkte Anfragen von Ratsuchenden zur Verfügung. Heil- und Kostenpläne für zahnmedizinische Versorgung können den Ratsuchenden von allen Beraterinnen und Beratern erklärt werden. Die Beratung zu Heil- und Kostenplänen beinhaltet jedoch keine Stellungnahme zur Sinnhaftigkeit des geplanten Vorgehens.

Bei Fragen zur gesetzlich verankerten Früherkennung von Krankheiten können Ratsuchende von jeder Beraterin und jedem Berater grundlegende Informationen zur Bedeutung von Früherkennung und Vorsorge sowie allgemeine Auskünfte über die Anspruchsvoraussetzungen für die entsprechenden Untersuchungen erhalten. Häufig ergeben sich aus der allgemeinen Information jedoch Fragen etwa zum Umgang mit Untersuchungsergebnissen, zu Vor- und Nachteilen bestimmter Untersuchungen, zu deren Ablauf oder zur Interpretation von Ergebnissen. Hierfür steht die Gesundheitlich-medizinische Fachkompetenz ebenso zur Verfügung wie zu Detailfragen bezüglich individueller Gesundheitsleistungen (IGeL).