UPD Handbuch – Kapitel C Besondere Formen der Patientenberatung

2.5 Evaluation

Für die Evaluation der Beratungsleistungen soll die Dokumentation der Fälle herangezogen werden. Das vorhandene Dokumentationssystem erwies sich jedoch als nicht praktikabel. Die Zielgruppe war nicht in der Lage, die Vordrucke entsprechend der Vorgaben auszufüllen. Deshalb wurde jeweils ein eigener Evaluationsbogen für die aufsuchende und für die persönliche Beratung in der Muttersprache entwickelt (siehe die Anlagen Zweisprachiger Evaluationsbogen für aufsuchende Beratung und Evaluationsbogen für persönliche Beratung in türkischer Sprache sowie das Informationsblatt zur migrationssensiblen Datenerfassung, Materialsammlung). Die Teilnehmer konnten ihre Daten in diesen Bogen eintragen und der/die Berater/in hat dann die Möglichkeit, die Daten in die Intranet-Dokumentation nachzupflegen. Aus diesen Falldokumentationen können die Anzahl der Beratungen, die Beratungsthemen sowie personenbezogene und migrationsspezifische Daten der Ratsuchenden ermittelt werden.

Die qualitative Auswertung der Beratungsleistungen kann über den Indikator Zufriedenheit innerhalb eines bestimmten Erhebungszeitraumes im Rahmen einer Nutzerbefragung erfolgen. Eine solche Eigenevaluation kann wertvolle Hinweise darauf geben, wie die Beratung (besser) auf die Bedürfnisse der Zielgruppe ausgerichtet werden kann. Dies kann mit einem Nutzerfragebogen abgefragt werden.

Im Rahmen der beiden UPD-Teilprojekte für türkischsprachige Migrant/innen wurde für die Befragung ein leicht verständlicher Fragebogen in der Muttersprache der Ratsuchenden erstellt (siehe Anlagen Fragebogen für aufsuchende Gruppenberatung in Deutsch und Türkisch, Fragebogen für die persönliche Beratung in Deutsch und Türkisch). Der Umfang war auf drei DIN A 4-Seiten begrenzt. Obwohl die Fragebögen in einfacher Sprache formuliert sind, waren viele Ratsuchenden nicht in der Lage, die darin enthaltenen Fragen zu beantworten. Die Analphabetenrate unter der Zielgruppe ist hoch, der Bildungsgrad in der Regel sehr niedrig. Der Rücklauf bei Nutzerbefragungen kann dementsprechend gering ausfallen. Oftmals können die Kooperationspartner die Evaluationsbögen gemeinsam mit den Ratsuchenden ausfüllen oder der/die Berater/in hilft beim Ausfüllen.

Im Rahmen der Eigenevaluation nannten fast drei Viertel der befragten Migrant/innen die Sprachbarriere als das häufigste Problem in allen Bereichen. Obwohl sie auch nach eigenen Angaben durchschnittlich gut deutsch sprechen, gab eine Mehrheit der Befragten an, dass eine Beratung in der Muttersprache sehr wichtig sei.

Die Zielerreichung kann anhand folgender Indikatoren beurteilt werden:


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