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< zurück ǀ Inhaltsverzeichnis ǀ vor > ǀ Seite als PDF speichernDie Settings sollten sich im Hinblick auf Struktur und Größe unterscheiden, um so eine breite Palette von Maßnahmen zu ermöglichen und viele Bewohner eines Stadtteils zu erreichen.
Generell gilt für alle aufgeführten Maßnahmen, dass eine hohe Präsenz in den diversen Settings die Grundlage für eine intensive Beziehungsarbeit bildet und zugleich Glaubwürdigkeit und Vertrauen vermittelt.
Begleitet werden sollten die Maßnahmen durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und diverse Evaluationsformen.
Bei der Identifizierung des Stadtteils für den Setting-Ansatz sind folgende Kriterien zu beachten:
Der Stadtteil sollte im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ gefördert werden. Ferner sollte das Büro Soziale Stadt bereits mehrere Jahre etabliert sein, sodass vielfältige Netzwerke bestehen, die aufgegriffen werden können. Günstig ist die Lage des Büros Soziale Stadt innerhalb eines kleinstädtischen Zentrums. Viele Stadtteilbewohner kaufen überwiegend in ihrer unmittelbaren Umgebung ein und können dort auch angesprochen werden. Weiterführende Informationen zur Bewohnerstruktur können den Bevölkerungsstatistiken der Stadt entnommen werden.
Weitere Grundlage für die Einbettung der Patientenberatung bietet eine gründliche Analyse des Quartiers und eventueller Zielgruppen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Büro Soziale Stadt stellen Einrichtungen, Gruppen, Aktionen, Veranstaltungen vor. Ergänzt wird diese durch die Sichtung schriftlicher Werbematerialien, z.B. Flyer zu den Angeboten im Büro Soziale Stadt. Eine Stadtkarte bietet weitere Orientierungshilfen.
Empfehlenswert ist auch eine Begehung des Quartiers, möglichst mit einer dort heimischen Person. Durch eine Begehung können städtebauliche Strukturen erfahren werden, die Einfluss auf die Teilnahme an bestimmten Beratungsangeboten haben. Beispielsweise gibt es in Oggersheim eine Unterführung zwischen zwei Wohngebieten, die Frauen abends nicht gerne alleine benutzen. Ein abendliches Frauengruppenangebot muss solchen Umständen Rechnung tragen.
Um den theoretischen Hintergrund zur Projektarbeit mit dem Handlungsfeld Gesundheit in Stadtteilen zu erweitern, empfiehlt sich die Sichtung von aktueller Literatur zu diesem Thema (siehe Anlage)
In enger Absprache mit dem Quartiermanagement sollten der Umfang und der Zeitpunkt einer regelmäßigen persönlichen Beratungstätigkeit vor Ort in dem Büro Soziale Stadt vereinbart werden. Der Zeitpunkt sollte so gewählt werden, dass eine Vertretungsmöglichkeit durch das RBS-Kollegium möglich ist. Eine Weiterleitung von Patientenanfragen außerhalb dieser Zeiten sollte sichergestellt werden.
Bewährt hat sich, Akteure und Multiplikatoren innerhalb des Quartiers nach telefonischer Anmeldung um einen Gesprächstermin zu bitten, um ihnen die Projektinhalte vorzustellen und sie gleichzeitig auch als mögliche Partner zu gewinnen. Grundlage des Gespräches kann die schriftliche Kurzfassung des Teilprojektes sein (siehe Anlage), die an die Akteure weitergegeben wird. Darüber hinaus können in bestehenden Quartiergruppen, Hilfeangeboten und öffentlichen Einrichtungen die UPD-Serviceleistungen vorgestellt werden.
Bei positiver Rückmeldung können darauf aufbauend Zielformulierungen unter Mitwirkung der Akteure und Schlüsselpersonen für einzelne Settings formuliert werden.
Neben dem Einzelberatungsangebot ermöglicht die Einrichtung eines Gruppenberatungsangebotes eine kontinuierliche Beratungsarbeit. Nach der ausführlichen Planungsphase mit den Stakeholdern sollte das Beratungsangebot strukturell auf eine bestimmte Personengruppe zugeschnitten sein und festlegen, zu welcher Tageszeit in welchem Zeitraum welches Thema beraten wird. Bei Gruppenberatungen sollte sich die Themenentwicklung am Bedarf der Teilnehmer/innen orientieren. Dies gewährleistet eine kontinuierliche Teilnehmerquote. Unter dem Aspekt der Partizipation der Bewohner und der Stakeholder des Stadtteils sollten auch Vorschläge und Ideen, die nicht direkt mit der Patientenberatung, jedoch mit dem Themenfeld Gesundheit zu tun haben, aufgegriffen und als Anreiz und Türöffner in Kombination mit einer Gruppenberatung angeboten werden. Sehr attraktiv als Gruppenangebote für Frauen können beispielsweise Verbindungen von Angeboten mit körperlicher Bewegung mit Gruppenberatung zu Patiententhemen sein.
Positive Rückmeldungen werden auch durch Angebote mit interaktiver Kenntnisvermittlung im Gesundheitsbereich erreicht. Spezielle Informationsangebote des Trägers oder der Kooperationspartner/innen der RBS können hierbei genutzt werden.
Die ausgewählten Themen können als Präsentation vorbereitet werden. Diese Präsentationen sollten als Grobstruktur für die Gruppenberatung dienen und die Aufmerksamkeit der Teilnehmer/innen für den jeweiligen Themenbereich sichern, da Zwischenfragen und auch der Austausch über persönliche Erfahrungen erwünscht sind (siehe die Vorträge über Medikamente, Vorsorge, Zuzahlungen und Zähne in der Anlage).
In einer festen Eltern-Kind-Gruppe (mit möglichst 5 bis 10 Teilnehmer/innen), die sich mehrmals wöchentlich während eines gemeinsamen Frühstücks trifft, können folgende Maßnahmen durchgeführt werden.
Gestartet werden kann mit einem Gruppengespräch, in dem Ressourcen und Bedürfnisse der Eltern festgestellt werden. Darauf aufbauend kann eine gemeinsame Jahresplanung zum Thema Gesundheit unter Einbeziehung der Gruppenteilnehmer/innen und Mitarbeiter/innen der Einrichtung erstellt werden.
Die Vermittlung von Körperwissen und Gesundheitsförderung kann bedingt durch die geringe Teilnehmerzahl in Gesprächsform stattfinden. Um eine für die Vermittlung positive Gruppenatmosphäre zu schaffen, sollten die Gruppenberatungen einmal pro Woche stattfinden. Zur Vertiefung und Nachhaltigkeit der Themen ist eine Verteilung von Kurzinformationen (siehe die Kurzinformationen zu Früherkennung, Vorsorge, Zähnen und Zuzahlungen in der Anlage) von Vorteil.
Einzelne Fragestellungen aus dem Gesundheitsbereich können sehr gut durch Referent/innen des Trägers und der Kooperationspartner/innen beantwortet werden. Sie können einzelne Gruppenstunden übernehmen. Damit bietet sich ihnen die Möglichkeit, neben dem Gesundheitsthema auch ihre Einrichtung vor Ort vorzustellen und somit das Hilfeangebot im Sinne eines ganzheitlichen Beratungsangebotes für die Zielgruppen zu erweitern.
Empfehlenswert für die Erstkontakte mit einer Schule sind Gespräche mit der Schulleitung und der Elternvertretung. Dabei können Besonderheiten der Schulstruktur erkannt und Ansprechpersonen benannt werden. In Zusammenarbeit mit diesen Ansprechpersonen können Beratungsmöglichkeiten für Eltern geschaffen werden, die in die bestehenden Strukturen eingebettet werden und eine Ergänzung zu den vorhandenen Unterstützungsmöglichkeiten für die Eltern bieten.
Die Teilnahme an Kollegial- und Elternkonferenzen kann dazu dienen, das UPD-Serviceangebot ausführlich vorzustellen. Ebenso sollte der Einschulungstermin für eine UPD-Präsentation und für persönliche Erstkontakte mit den Eltern genutzt werden.
Die Arbeitsvermittler sind innerhalb einer Integrationsmaßnahme dauerhafte Ansprechpartner für soziale und gesundheitliche Belange der Arbeitslosen. Das UPD-Angebot sollte bei den Arbeitsvermittlern vorgestellt werden, um sicherzustellen, dass Arbeitsuchende bei Beratungsbedarf in die UPD-Beratungssprechstunde weitergeleitet werden können.